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Förderung unternehmenshistorischer Forschung

Die Gesellschaft für Unternehmensgeschichte e.V. (GUG) ist eine international anerkannte wissenschaftliche Einrichtung zur Förderung der unternehmenshistorischen Forschung. Sie ist im Council der European Business History Association (EBHA) vertreten und Mitglied der International Economic History Association (IEHA).



Neuerscheinung

Institution zur Förderung des wissenschaftlichen Austauschs:
Die GUG stellt allen interessierten Wissenschaftlern ein Forum für den wissenschaftlichen Austausch bereit. Dazu organisiert sie beispielsweise Vortragsveranstaltungen, Symposien und Arbeitskreise.

Mittlerin zwischen Wissenschaft und Praxis:
Die unternehmensgeschichtliche Forschung ist ein Prozess der Gewinnung neuer Erkenntnisse, der von der Beteiligung und Unterstützung eines breiten Spektrums von Unternehmen und Wissenschaftlern lebt. Demgemäß versteht sich die GUG als Netzwerk zur Förderung des Dialogs zwischen Unternehmen und Wissenschaftlern. Über dieses Netzwerk können Unternehmen aktuelle Problemstellungen in die wissenschaftliche Diskussion einbringen.

Partnerin der Unternehmen:
Die GUG steht den Unternehmen in allen Fragen rund um die Darstellung ihrer Geschichte zur Seite. Sie bietet ihre Unterstützung beim Aufbau von Firmenarchiven in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der deutschen Wirtschaftsarchive e.V. und bei der Dokumentation sowie Publikation von Unternehmensgeschichten an.


Neuerscheinung:



Jörg Lesczenski, Thomas Mayer, Andrea H. Schneider (Hg.), Vom Bocholter Wattefritzen zum internationalen Automobilzulieferer, Essen 2016



Die Geschichte der Unternehmensgruppe Borgers ist außergewöhnlich. Anders als die meisten deutschen Unternehmen existiert Borgers seit weit mehr als 100 Jahren und wird seit der Betriebsgründung 1866 kontinuierlich von Angehörigen der Gründerfamilie geführt. In den zurückliegenden 150 Jahren musste sich das Bocholter Unternehmen immer wieder neu erfinden, um nicht im Strudel der wirtschaftlichen und politischen Krisen im 19. und 20. Jahrhundert unterzugehen. Die drei Autoren zeichnen nach, wie sich Borgers von einer kleinen Wattefabrik zu einem international aufgestellten Systemlieferanten in der Automobilbranche entwickelte. Die Studie beschreibt das vielfältige Zusammenspiel von Familie und Unternehmen und setzt sich detailliert mit den Generationen der Familie Borgers und ihren Streitigkeiten auseinander, die das Unternehmen bisweilen an den Abgrund führten.


Hartmut Berghoff, Cornelia Rauh, Thomas Welskopp (Hg.), Tatort Unternehmen. Zur Geschichte der Wirtschaftskriminalität im 20. und 21. Jahrhundert, Berlin 2016



Der Band untersucht anhand prominenter Beispiele die Verbindung von Wirtschaftskriminalität und Unternehmen. Die Autoren stellen bekannte Fälle von Wirtschaftskriminalität vor, ermitteln Motive der Täter und beleuchten die – meist weitreichenden negativen – Folgen für alle Beteiligten vom Täter über die betroffenen Unternehmen bis zur Politik.


Susanne Kill, Christopher Kopper, Jan-Henrik Peters (Hg.), Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR. Häftlingszwangsarbeit und Gefangenentransporte in der SED-Diktatur, Essen 2016



Der Strafvollzug an politischen Gefangenen in der DDR ist eines der bedrückendsten Kapitel in der Geschichte der SED-Diktatur. Nicht nur dass das Gefängnissystem der DDR als besonders rückständig galt, auch die Arbeit von Gefangenen war innerhalb der sozialistischen Planwirtschaft eine feste Größe in der DDR-Ökonomie. Viele der politischen Gefangenen erlebten die Haftzwangsarbeit als besonders demütigend. Auch die Staatsbahn der DDR, die Deutsche Reichsbahn, war in den Strafvollzug eingebunden. Zunächst einmal ganz offensichtlich, indem die Reichsbahn bis zum Ende der DDR Zellenwagen für den Häftlingstransport zur Verfügung stellte. Weniger bekannt aber ist, dass Gefangene bereits seit den 1950er Jahren für die Deutsche Reichsbahn arbeiteten. Die Deutsche Bahn AG hat deshalb eine Studie in Auftrag gegeben. Die Autoren des Buches gehen den Fragen nach: „Wann, wo und unter welchen Bedingungen wurde für die Deutsche Reichsbahn in der DDR Häftlingszwangsarbeit geleistet?“ Zeitzeugen schildern ihre individuellen Erfahrungen mit dem Strafvollzug.

Hier finden Sie das Interview von Inforadio rbb mit Christopher Kopper vom 20. April 2016.


Eva-Maria Roelevink, Organisierte Intransparenz. Das Kohlensyndikat und der Niederländische Markt 1915-1932, München 2015



Als sich im Februar 1893 einige berüchtigte Ruhrindustrielle in Essen zusammenfanden und das Rheinisch-Westfälische Kohlen-Syndikat (RWKS) gründeten, ahnten sie nicht, dass mit diesem Akt das bedeutendste und langlebigste Kartell der deutschen Wirtschaftsgeschichte aus der Taufe gehoben worden war. Die Preismacht des Kartells war bald ebenso sprichwörtlich wie die gnadenlose und strenge Beherrschung des Kohlengroßhandels den interessierten Zeitgenossen ein Begriff war. Eva-Maria Roelevink fragt nach den Hintergründen dieser Kartellmacht. Am Beispiel des niederländischen Marktes wird die Binnenordnung des RWKS dechiffriert und damit erstmals der Schleier um seine abstrakte Syndikatsordnung gelüftet. Die Macht des Kartells, die Struktur des RWKS und Kartellierungseffekte im Allgemeinen erfahren so anhand von bisher nicht berücksichtigten Archivquellen eine vollständige Neubewertung.


Dieter Ziegler, Jörg Lesczenski, Johannes Bähr (Hg.), Vertrauensbildung als Auftrag. Von der Deutsch-Amerikanischen Treuhand-Gesellschaft zur KPMG AG, Piper Verlag, München 2015, 312 S., 29,99€.



Die KPMG AG, 1890 als Deutsch-Amerikanische Treuhand-Gesellschaft gegründet, gehört heute zu den vier größten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften der Welt. Den Grundstein hierfür legten am 27. März 1890 die Deutsche Bank, das Frankfurter Bankhaus Jacob S. H. Stern und der Rechtsanwalt Henry Oswalt in Berlin.
Die Autoren zeichnen den Weg der ersten Treuhand- und Revisionsgesellschaft in Deutschland nach, gewähren dabei nicht nur Einblicke in den Aufstieg und Wandel von Dienstleistungen seit dem späten 19. Jahrhundert, sondern gleichzeitig auch in die fortschreitende Internationalisierung einer Unternehmensgruppe. Es wird gezeigt, wie es der KPMG ungeachtet aller politischer Zäsuren und wirtschaftlicher Krisen im 20. Jahrhundert gelang, sich auf Dauer erfolgreich im Markt zu behaupten, sich immer wieder neue Geschäftsfelder zu erschließen und ihre exponierte Position auch in Zeiten vermehrter Unternehmenszusammenschlüsse nicht zu verspielen. Im Mittelpunkt stehen dabei immer wieder Mandanten, deren Herausforderungen und Themen sowie die dazu passenden Lösungen – und das seit nunmehr 125 Jahren.


Klaus Kinkel, Grenzenlose Leistung: Die deutsche Einheit und der Einsatz der Telekom beim Aufbau Ost, DVA, München 2014, 384 S., 21,90€.



Telekommunikation verbindet Ost und West
Grenzenlose Lei(s)tung erzählt die Geschichte des Zusammenwachsens der Telekom Ost und West zum bekannten deutschen Unternehmen Deutsche Telekom. Der Fall der Mauer am 9. November 1989 und die deutsche Wiedervereinigung stellten die Telekom vor ihre bis dato größte Herausforderung: Zwei Unternehmen aus verschiedenen politischen Systemen sollten vereint und die Telekommunikation im Gebiet der ehemaligen DDR schnell auf- und ausgebaut werden. Die fehlende Kommunikationsmöglichkeit vor der Wende ließ die Mauer und Grenzzäune noch höher erscheinen, als sie eigentlich schon waren.
Es galt schnellstmöglich die rückständige technische Telekommunikationsausstattung der neuen Bundesländer auf weltweit modernsten Stand zu bringen. Neben dieser technischen und zwischenmenschlichen Leistung wurde auch der Wandel vom Staats- zum Privatunternehmen gemeistert. Den Bogen zur Gegenwart schlägt ein Blick in die technologische Zukunft der Deutschen Telekom, die sich auch im Internetzeitalter komplexen neuen Aufgaben stellen muss.

Weitere Informationen zum Buch sowie Bonusmaterial finden Sie hier.

Raymond G. Stokes/Ralf Banken, Aus der Luft gewonnen: Die Entwicklung der globalen Gaseindustrie 1880 bis 2012, Piper Verlag, München 2014, 464 S., 29,99€.



Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gelingt es, die Luft in ihre Bestandteile zu zerlegen und kommerzielle Anwendungsgebiete zu erschließen. Eine Reihe bis dahin ungeahnter Anwendungsmöglichkeiten tut sich auf. Da ist Sauerstoff, der in Verbindung mit Acetylen die Metallverarbeitung revolutioniert, oder Stickstoff, der das Haber-Bosch-Verfahren zur Produktion von Ammoniak und später auch das Schockfrieren und die Herstellung von elektronischen Komponenten erlaubt. Heutzutage finden die Produkte dieser »unsichtbaren Industrie« Anwendungen in allen Branchen des produzierenden Gewerbes und darüber hinaus. Diese faszinierende technische und kommerzielle Entwicklung wird in diesem Buch erstmals geschildert. Die Autoren zeigen damit nicht nur die Geschichte
eines ganzen Wirtschaftszweiges, sondern auch, dass gerade die Häuser am stabilsten sind, die ihre Festigkeit aus Luft gewinnen.

Christian Marx vom Forschungszentrum Europa (FZE), Fachbereich III, Universität Trier, hat "Aus der Luft gewonnen" für die Redaktion von H-Soz-Kult rezensiert. Die vollständige Rezension finden Sie hier.

Eine weitere Rezension in Sehepunkte finden sie hier.



Werner Plumpe, Eine Vision – Zwei Unternehmen. 125 Jahre Carl-Zeiss-Stiftung, Verlag C.H. Beck, München 2014, 472 S., 38€.



Die Carl-Zeiss-Stiftung wurde 1889 in Jena aus der Taufe gehoben. Ihr Gründer Ernst Abbe brachte seine Anteile an der Optischen Werkstätte Carl Zeiss und dem Glasbetrieb Schott & Genossen in die Stiftung ein. In diesem Buch wird ihre 125jährige Geschichte erstmals wissenschaftlich aufgearbeitet. Mit der Revolution 1918 wurde die Stiftung zum vollständigen Eigentümer beider Betriebe, der sie bis heute geblieben ist. Nach Abbes Willen sollten sich die Stiftungsunternehmen, ohne einem Aktionär verpflichtet zu sein, ganz ihrer wissenschaftlich-technischen Aufgabe widmen. Die Erträge der Unternehmen sollten zudem zur Förderung der Universität und der sozialen Infrastruktur der Stadt Jena verwendet werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stiftung geteilt; seither gibt es sie in Oberkochen und in Jena, doch der Stiftungszweck, nunmehr auf die Länder Baden-Württemberg und Thüringen bezogen, blieb erhalten. Im Zuge der Wiedervereinigung wurde zwar die Stiftung reformiert, aber ihre gemeinnützige Ausrichtung wurde nicht verändert. Die Geschichte der Carl-Zeiss-Stiftung bietet daher einzigartige Einblicke in die Möglichkeiten des Stiftungsmodells, über dessen Leistungsfähigkeit gegenwärtig wieder intensiv debattiert wird.

Robert Meier, Vom Haslocher Eisenhammer zu Kurtz Ersa
Eine glühende Unternehmensgeschichte aus dem Spessart, Klartext Verlag, Essen 2014, 264 S., € 19,95.




Seit 235 Jahren wird mit dem Eisenhammer bei Hasloch im Spessart glühendes Metall in Form gebracht. Aus einer Schmiede, die die Wasserkraft des Haselbachs nutzte, entwickelte sich ein weltweit tätiger Konzern. Die Familienunternehmer Kurtz führen diesen Konzern seit sechs Generationen. Während viele vergleichbare Eisenhämmer in der Region keinen Weg in das 21. Jahrhundert fanden, gelang dem Familienunternehmen durch mutiges unternehmerisches Handeln und Innovationen stetig mit neuen Produkten in neue Geschäftsfelder und neue Märkte zu wachsen. Das Buch zeigt die Besonderheiten des Familienunternehmens und der Unternehmerfamilie und stellt die Betriebsfamilie vor. Der Kurtz Ersa-Konzern wird in diesem Buch als ein für den global agierenden deutschen Mittelstand typischer Hidden Champion sichtbar.

Pressestimmen:

Bericht zur Eröffnung des zukünftigen «Kurtz-Ersa-Histoire-Centers» in Hasloch in der Wertheimer Tageszeitung vom 31.03.2014.


Bericht zur Eröffnung des zukünftigen «Kurtz-Ersa-Histoire-Centers» in Hasloch sowie Vorstellung der Firmenchronik in den Fränkischen Nachrichten vom 31.03.2014.


Die erwähnten Artikel sind hier nachzulesen.

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